AMBERG&MARTI ZEIGEN Aloïs Godinat
Amberg&Marti freuen sich, am kommenden Sonntag die erste Einzelausstellung des Künstlers Aloïs Godinat (*1978, Lausanne) in Zürich anzukündigen. Gezeigt werden neue Arbeiten auf Papier sowie Skulpturen.
Aloïs Godinat arbeitet mit den unterschiedlichsten Medien, er schafft Skulpturen aus Büchern, die er in- und aufeinander stapelt, zerreisst Poster, deren Ausschnitte er direkt auf die Wand klebt oder stellt eine Lautsprecherbox wie eine Schaukel auf einen abfallenden Keil und lässt daraus eine Endlosschlaufe Schlagzeuggewummer dröhnen. Oder er zerschneidet einen Flyer (HO HA, 2007) so in der Mitte, dass bei der Verschiebung der beiden Hälften um wenige Zentimeter eine s-förmige Linie entsteht, und nimmt deren Struktur in einer weiteren Arbeit wieder auf, dieses Mal als metallene Haken (Crochets, 2007). Präzise Werke, die in ihrer formalen Schlichtheit faszinieren. Und irritieren. Da stehen etwa ein paar Stelzen im Ausstellungsraum, lange schmale Objekte aus Holz und Metall oder ein rekonstruiertes Instrument aus dem Mittelalter hängt an der Wand (Pantograph, 2005). Zuvor hat Aloïs Godinat den Pantographen dazu benutzt seine Posterabrisse hoch oben an die Wand zu kleben. Was früher zur Übertragung von Massstäben in der Kartografie benutzt wurde, diente dem Künstler jetzt als Verlängerung der Arme, respektive der Verdeutlichung der ausführenden Geste. Die künstlerische Geste als Motiv, das sich durch alle Arbeiten Aloïs Godinats zieht: Bedeutungs- und Kontextverschiebungen, Spiel mit Perspektiven, der Sprache sowie der Musik. Und schliesslich verwebt Aloïs Godinat auf geschickte Weise seine eigenen Arbeiten mit den Werbemitteln des Kunstbetriebs, indem er dessen Poster und Flyer wiederum zu Kunst macht.
Aloïs Godinat hat an der École Cantonale d’Art de Lausanne (ECAL) studiert und 2006 ein Atelierstipendium des Kantons Waadt in Paris gewonnen. Ausserdem war er im selben Jahr Preisträger des Kunstpreises der Schweizer Nationalversicherung. Seit 2007 wird Alois Godinat von der Galerie Francesca Pia, Zürich vertreten.